Kleines ABC vom Bier-Jargon

Im Laufe der Zeit hat sich in Kreisen von Bier-Liebhabern, insbesondere in Kreisen
derjenigen Bier-Freunde und -Trinker, die ihren geliebten Gerstensaft gerne in
Gesellschaft, sprich in der kleinen Kneipe an der Theke zu sich nehmen, eine
besondere, teils recht lustige, manchmal aber auch nicht ganz so feine
Ausdrucksweise, rund um den Biergenuß entwickelt .
Nachstehend publizieren wir ein kleines ABC dieses "Bier-Jargons".

Zur Vervollständigung, bzw. Erweiterung dieser Aufstellung, wären wir für
Unterstützung durch Mitteilung weiterer, uns bis dato nicht bekannter
"Jargon-Worte und -texte" dankbar. Diese fügen wir selbstverständlich in unser
ABC (gerne mit Hinweis auf den Absender) ein.

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Kleines ABC vom Bier-Jargon

Akazienbier
Auch „Akazienpisse“ = Verbalhornung von Aktienbier

Anti-Mille-Bier
Alkoholfreies, bzw. –armes Bier

Arbeitersekt
Alte Bierbezeichnung als es noch große soziale Unterschiede gab, also praktisch aus der Zeit, als sich „Arbeiter“ keinen richtigen Sekt leisten konnten

Bier vom Grill
Überzogene Bezeichnung für ein angewärmtes und vom „echten“ Biertrinker verpöntes Bier

Filterbier
Bier ohne, bzw. mit wenig Alkohol (siehe auch „Anti-Mille-Bier“)

Gummibier trinken
Extrem lange brauchen um ein Glas Bier auszutrinken

Schaumstoff
Bierbezeichnung (vermutlich studentischen Ursprungs)

Bierbauch
Optische Bezeichnung eines vom Biergenuss gerundeten Menschen

Bierbacke, Bierwampe
Siehe Bierbauch

Bierbums
z. B. für minderwertige Kneipe, aber auch für Bierlokal mit Musik

Bierfisch
Auch Bierforelle. Eine in Bier(-Glas) schwimmende Unreinheit

Bierhobel
Putz-/Wischtuch der Kellnerin oder des Wirts mit dem der Tisch (vom Schmutz des Vorgängers) gereinigt wird

Bierzahn
Auch „Bierfloh“ oder „Biermops“. Eine noch nicht so professionelle, neue Kellnerin – aber auch für eine Frau die gerne Bier trinkt

Bier-Nager
Das Gegenteil von Tee-Nager, oder auch die Bezeichnung für einen „jungen“ Biertrinker

Bierorgel
Das Klavier in Bier- und Studentenkneipen

Bier trocken trinken
Ein Bier ohne Schnaps

Bierzähler
Der Adamsapfel, der beim Schlucken des Bieres auf und ab geht und so scheinbar die Schlucke zählt

Blume
Auch Kragen oder Krone. Der den Glasrand übersteigende Schaum

(Die) Blume der Blume
Die „Blume der Blume“ sagte der vornehme Mann, wenn er mit einem frisch gezapften Bier einer Dame zutrank

Feldwebel
Der Schaum im Glas

Flaschenkind
Für jemanden, der sein Bier gern aus der Flasche trinkt

Gesangbuch mit Henkel
So bestellten gerne diejenigen, die sonntags ins Gasthaus gingen, anstatt in die Kirche

Höcherln
Noch schnell ein Glas Bier nach der Sperrstunde „hinein höcherln“ (= schnell austrinken)

Hopfenkaltschale
Auch mit dieser Bezeichnung kann man ein Bier in der Wirtschaft bestellen.
( eingesandt von Ulrich Kampe, Lippetal)

In die Kanne schicken
Studentisch jemanden zum Biertrinken zu verdonnern, speziell bei Burschenschaften

Dem Kindken mal ein Küßken geben
Westfälischer Ausspruch für ein frisch gezapftes Bier antrinken

Kühle Blonde
Schlechthin die Bezeichnung für ein Glas gut gekühltes, helles Bier. Ursprünglich aber die Bezeichnung für eine „Berliner Weiße“

Molle
Berliner Bezeichnung für ein Glas Bier schlechthin

Polizeiaugen
Großporiger Schaum im Bierglas

Rückstoßjodler
Verniedlichter Ausdruck für „Aufstoßen“

Schnitt
Etwas mehr als die Hälfte eines Glases kommt vermutlich aus dem Fränkischen. Wird dort noch so bestellt, wenn der Wirt dabei ist sein Lokal zu schließen

Stange Bier
Kölner Glasmaß (vermutlich für Kölsch-Bier) und Glas-Optik

Stehhalbe
Ein schnelles Glas Bier im Stehen trinken, bzw. bestellen

Steinpilskur
Aus Norddeutschland (Bier + Schnaps trinken)

Stiefel
Bierglas in Stiefelform. „Er kann einen Stiefel vertragen“, sagt man von jemandem, der viel Bier trinken kann und dabei dennoch „recht normal“ bleibt

Verkasematukeln
Auch „Vernaschen“. Ist eine Bezeichnung für „ein Bier trinken“

Zischen
Mit viel Durst (und auch Genuss) ein Glas Bier schnell trinken
Es gibt bestimmt noch mehr solcher Ausdrücke aus dem „Bier-Jargon“.

Mollenfriedhof (von Joachim Pfadt)

In Berlin für "Bierbauch"

Steinpils (von Joachim Pfadt)

Norddeutsch für einen Steinhäger und ein Pils

Maurerpisse (von Joachim Pfadt)

In HH und Umgebung für ein dort bekanntes "Industrie-Bier"

Jemandem aus der Blume helfen (von Markus Hering)

(Ursprung: üblich in Studentenverbindungen) Wenn jemand zu einer Gesellschaft hinzukommt, die gerade gemütlich (z.B. im Biergarten) beim Biertrinken beisammen sitzt, kann dieser erst antrinken, sobald ein Bestandsgast mit ihm anstößt und ihm somit \"aus der Blume hilft\".

"Bier Westfälisch" (vom Margot Rätz)

In der Studentenzeit - vor ca. 50 Jahren - tranken wir "Bier Westfälisch": Zwischen drei Fingern das Bierglas, zwischen Ring- und kleinem Finger das Schnapsglas. Und dann musste "gezielt" werden.


Wir bitten um Mitteilung.

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