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Gassenbräu-Steckbrief:
Betreiber: Helmut Bornschlegel, 45 Jahre, verh. 1 Kind
Hausbrauer: seit Okt 1997, anfänglich mit 2 Einkochtöpfen und ca. 40 Liter Ausstoß/Sud
Sudanlage:Malzmühle „Barley-Crusher“100 Liter Edelstahl-Maischbottich100 Liter Edelstahl-Läuterbottich150 Liter Edelstahl-SudpfanneEdelstahl-Gärtanks mit 80, 150 und 200 LiterGas-Hockerkocher mit 14 kWAusstoß ~80 Liter/Sud
Brauseminare: seit September 2005, 1x im Monat, Samstags von 08:30 – 17:00 Uhr in der Gassenbräu-Scheune
EMail: info@gassenbraeu.de
Internet: www.gassenbraeu.de
Im Jahre 1997 fragte mich ein Arbeitskollege, ob ich an einem Braukurs an der VHS teilnehmen würde, da ein Bekannter wg. Krankheit ausgefallen sei. Ich lehnte zunächst ab, da ich bereits etliche Jahre zuvor einen Braukurs absolviert hatte, in dem ich über die Theorie des Bierbrauens bereits genug erfahren hatte. Auch die Tatsache, dass es sich bei dem Kurs um ein Praxis-Seminar handelte, konnte mich zunächst nicht sonderlich beeindrucken – denn da gab es negative Erinnerungen an meine Jugendzeit: In unserem Ort waren wir jedes Jahr zu Dreikönig als Sternsinger unterwegs. Als krönender Abschlussbesuch wurde uns der Onkel eines Freundes empfohlen, der pflegte, den Sternsingern ein „Hausbräu“ zu kredenzen. Das war mir - vor allem geschmacklich - in sehr unangenehmer Erinnerung geblieben. Der Arbeitskollege bearbeitete mich jedoch immer wieder, bis ich mich doch dazu überreden ließ.
Nun kann man sich auf Grund meines heutigen Engagements den Rest an den 5 Fingern abzählen:Der VHS-Kurs, gehalten von Walter Simon, beeindruckte mich sehr. Sowohl in der Art, in der der Stoff vermittelt wurde, als auch wegen der sehr nützlichen Tipps, wie man mit einfachsten Mitteln ein sehr gutes Bier brauen kann.Die Ergebnisse der sich anschließenden häuslichen Brauveranstaltungen fanden in Windeseile erheblichen Zuspruch im Familien- und Freundeskreis.Meinem Beruf als Leiter der EDV in einem großen Unternehmen, der viel Stress bedeutet(e), hatte ich nun endlich einen Ausgleich in der Freizeit entgegenzusetzen. Die Arbeit im „Brauhaus“ wirkt beruhigend – aber man ist auch angespannt, da es auch viele wichtige Dinge zu beachten gilt.
Nach dem Umbau der Scheune im Jahre 2000 - hauptsächlich zur Kommunion unseres Sohnes - nahm ich im Anschluss daran die „Location“, wie man es wohl neudeutsch formulieren würde, als neues Domizil für meine Brauvorhaben dauerhaft in Besitz. Direkt an der Scheune befindet sich auch das erste Memmelsdorfer Hopfenanbaugebiet!
Im Laufe der letzten 5 Jahre waren immer mal Freunde und Bekannte bei den Brau-Sessions dabei, um die Bierherstellung hautnah „mitzuerleben“ - und während des Brautages natürlich auch zu verkosten. Dies brachte mich auf den Slogan „Bier entdecken & erleben“, der auch auf meinen Bierfilzen zu finden ist. Aufgrund der Fragestellungen zum Thema Bier, die immer wieder von den Besuchern gestellt wurden, sah ich mich natürlich gezwungen, auch mein Fachwissen zu vertiefen. Dies geschah an Hand vielfältigster Literatur und - vor allem - Praxishinweisen von Braumeistern kleinerer Brauereien aus der näheren Umgebung von Memmelsdorf. Letztere sehen mich übrigens nicht als Konkurrenz – ganz im Gegenteil – mit vielen von Ihnen ergeben sich immer wieder interessante Fachgespräch rund ums Bier. Und ab und zu bekommen Sie auch mal ein Bier vom „Gassenbräu“ zum Verkosten. Dann bin ich immer wieder auf die Kritiken gespannt. Viele Tipps von den Profi-Brauern konnte ich inzwischen in meine Rezepturen erfolgreich einfließen lassen.
Im Repertoire des Gassenbräu finden sich untergärige Sorten:fränkisches Lagerbier „bieä wissaud ä näim“Märzenbier („Rooda Rettl“)Schwarzbier „Filzgass-Schwärzla“Rauchbier (als Voll- und Bockbier) „Deä Räuttl(ator)“„FischäWennsBrennd“ (Vollbier zum Durstlöschen!)
Sowie die obergärigen Spezialitäten:Weizenbier (dunkel & hell) „Max-Phillip-Weisse“Dkl. Roggenbier „Roggn-Roll“„Fränggisch-Schdaud“ (Gegenpol zum Irish-Stout)
Politisch-angeh(r)auchte Biere, aber durchaus schmackhaft:„Gaas-Bromm-Schädel“ (Bockbier, als Kontrast zum Ex-Kanzler schwarz gefärbt!)„ausgämerggld“ (in memoriam unserer Kanzlerin, amberfarbenes Märzenbier, Aufbauspritze des Jahres und gleichzeitig mein Favorit) „Erhards-Schdummbn“ (Altbier mit dezentem Rauchgeschmack)Der Hopfen zu den Suden stammt aus eigenem Anbau (Spalter Select).
Mein „Braustift“ Waldemar spornte mich letztlich an, mein Wissen doch in Form von Brauseminaren weiterzugeben. Inzwischen ist die Nachfrage immens gestiegen. Die Seminare erfreuen sich großer Beliebtheit, da nur in kleinen Gruppen zu max. 8 Personen gearbeitet wird. Das bedeutet, dass man individuell auf die Fragestellungen der Teilnehmer eingehen kann – und keiner zu kurz kommt. Seit September 2006 werden auch rein englischsprachige Kurse angeboten.
Nach dem Motto Mundpropaganda ist - nach wie vor – die beste Werbung, benötigen wir auch keine großartigen Werbeaktionen. Die ausnahmslos begeisterten Teilnehmer empfehlen uns gerne in ihrem Bekanntenkreis weiter. Etliche sind schon das zweite oder gar dritte mal dabei. Am meisten aber freut es mich, wenn wir mit dem Seminar jemand anstecken können, sodass er/sie selbst mit dem Bierbrauen beginnen.
Inzwischen gibt es auch schon die ersten „Fanartikel“, wie den „Gassenbräu-Truck“ und Bierfilze sowie T-Shirt’s und Biergläser.
Haben wir Sie neugierig gemacht? Dann besuchen Sie uns doch einmal im Internet unter www.gassenbraeu.de. Dort befinden sich alle Informationen – und für Interessierte gibt es auf Anfrage einen Terminkalender mit den Seminar- und Eventterminen. Für das Jahr 2007 sind etliche Aktionen geplant – schließlich begeht die „Gassenbräu“ im Herbst ihr 10-jähriges Geburtstagsfest!


